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Jürgen Muthig / Robert Schäflein-Armbruster
Funktionsdesign − eine linguistische Standardisierungsmethode für die Technische Dokumentation
Technische Dokumentationen gehören zu den hochgradig strukturierbaren Textsorten. Ihr Prototyp, die Bedienungsanleitung, ist durch Gesetze und Normen inhaltlich und sequentiell klar definiert. Dennoch schreiben alle Autoren im Redaktionsteam unterschiedlich. Um hier Konsistenz auf qualitativ hohem Niveau zu erreichen, haben Schäflein-Armbruster und Muthig Überlegungen aus Sprechakttheorie und Tübinger Kommunikationsanalyse genutzt und in der Funktionsdesign-Methode weiterentwickelt. Ausgangspunkt der Methode ist der Gedanke, dass Technische Redakteure monologisch-schriftlich mit einem durch zielgruppenanalytische Verfahren profilierten Anwender kommunizieren. Dabei vollziehen Sie in bestimmter Abfolge "Sprechakte". Bei der Beurteilung der Eignung dieser Sprechakte sind das kommunikative Ziel der Textsorte, die Merkmale der Zielgruppe und didaktische Prinzipien zu berücksichtigen. Um diesen Kommunikationsprozess zu standardisieren, arbeitet der "Funktionsdesign-Entwickler" vor. Er wählt geeignete Sprechakte aus und definiert damit das kommunikative Handlungsarsenal der zukünftigen Autoren. Dann definiert der Funktionsdesign-Entwickler an methodenspezifischen Kategorien orientiert Regeln für die Verwendung dieser "Funktionalen Einheiten". Heraus kommt ein firmen- und textsortenspezifischer Standard, der allen nutzt: Dem Autor, der sich auf die Inhalte konzentrieren kann, da die Darstellungsstrategie entschieden ist; dem Leser, da er mit konsistenten, qualitativ hochwertigen Texten rascher zum Ziel kommt; dem Unternehmen, das durch konsistente Dokumentenerstellung Kosten spart, z. B. bei der Übersetzung.
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