Anita Bader

Melanie Berg

Jörg Bergmann

Iris Bons

Kai Bremer

Hans Jürgen Bucher

Michel Caillieux

Malgorzata Dynkowska /
Anna Wolanska-Köller

Helmuth Feilke

Fiona Fritz

Thomas Gloning

Mathilde Hennig /
Melanie Löber

Hans Jürgen Heringer

Götz Hindelang /
Werner Zillig (Hg.)

Franz Hundsnurscher

Andreas Jucker

Dennis Kaltwasser

Werner Knapp

Gerhard Kurz

Katrin Lehnen

Henning Lobin

Cristina Marras

Manouchehr Moshtagh Khorasani

Manfred Muckenhaupt

Joybrato Mukherjee

Jürgen Muthig /
Robert Schäflein-Armbruster

Csilla Puskas /
Dietmar Rösler

Hans Ramge

Gerd Richter /
Jörg Riecke

Herbert Schmidt

Thomas Schröder

Britt-Marie Schuster

Johannes Schwitalla

Yaron Senderowicz

Gernot Stegert

Torsten Steinhoff

Bruno Strecker

Oliver Trübestein

Anja Voeste

Martin Wachtel

Tilo Weber

Edda Weigand

Monika Wingender

Werner Zillig

 
Melanie Berg
Erzähl doch mal!
Weniger als Höhlengängerin denn als Grenzgängerin zwischen Theorie und Praxis nutze ich die Chance, Dich, lieber Gerd, zur Diskussion zu bitten. Die erste Einladung kam ja von Dir, als Du mir als Zweit- oder Drittsemesterstudentin Zugang in den erlauchten Kreis Deines Kolloquiums ermöglichtest. Leicht überfordert und manchmal auch sprachlos (da aus einer anderen Ausbildung und damit Sprachverwendung kommend), lernte ich unter strenger Aufsicht so nach und nach das linguistische Handwerkszeug.

Seither beschäftigt mich das Problem als Logopädin und mittlerweile als Lehrlogopädin, dass der klassische Aufbau einer Therapie der Sprachentwicklungsstörung vom „Kleinen zum Großen“, also von den Lauten über Wörter, Sätze zum Text verläuft. Zum Glück der Kinder wird diese vermeintliche Hierarchie durch neuere Therapieansätze immer mehr verwässert. Manchmal lässt sich sogar die Therapie des Erwerbs sprachlicher Handlungen aus manchen Ansätzen herausinterpretieren.

Andererseits erwerben Kinder über Sprache Zugang zum Weltwissen, zu verständlichen (und manchmal auch begründeten) Wunschlisten für das nächste Geburtstagsfest, zu logischen Denkoperationen, zum gemeinsamen Spiel, zum Aushandeln von Regeln, zu vielen phantastischen Welten etc.

Seit Jahren probiere ich aus und systematisiere das Vorgehen, wie Kindern, die mit dem Erwerb des Sprachsystems Schwierigkeiten haben, trotzdem der Zugang zu Texten in all ihrer Vielfalt ermöglicht werden kann.

Weiterverfolgen möchte ich einerseits, wie Erzähltexte systematisch „zerlegt“ werden können, um aus verschiedenen Richtungen zu einem möglichst differenzierten Textverständnis zu gelangen (Einführen von Personen, Beschreiben von Szenerien, Visualisieren von Textverläufen und Handlungsorten). Andererseits suche ich nach noch mehr Kriterien, um eine Schwierigkeitshierarchie von Texten zu erstellen (die Logik von Handlungen, die sich aus Gedanken der agierenden Personen ergeben, ist z.B. schwerer nachvollziehbar als diejenige, die sich durch ein physikalisches Ereignis ergibt; Geschichten mit sich wiederholenden Elementen sind einfacher als solche, in denen ständig unerwartete Handlungsstränge auftauchen).