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Götz Hindelang /
Werner Zillig (Hg.)

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Tilo Weber

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Werner Zillig

 
Tilo Weber
Wann gemeinsames Wissen im Gespräch wichtig wird
Ende der 1980er Jahre arbeitete Gerd Fritz an seinem Aufsatz zur Dialogdynamik (Fritz 1989), von dem wir einen Entwurf in unserem Tübinger Kolloquium lasen. Die Konzepte Dialoggeschichte, Festlegung (‘commitment’) und Gemeinsames Wissen, mit denen ich damals zum ersten, aber nicht zum letzten Mal in Berührung gekommen bin, spielen auch für den hier vorgelegten Beitrag eine wichtige Rolle.
Dass Gemeinsames Wissen eine Grundvoraussetzung für das Gelingen sozialer Interaktion ist, ist in den Kommunikationswissenschaften unbestritten. Problematisch ist jedoch die methodologische Frage, wie der „Stand“ des Gemeinsamen Wissen in einer bestimmten Phase eines einzelnen Gesprächs zu ermitteln ist, wie also festgestellt werden kann, welche Annahmen, Kenntnisse, Einstellungen, Wertungen zum Gemeinsamen Wissen der Teilnehmer gehören. Im Folgenden werden zwei Konzepte miteinander in Beziehung gesetzt, die sich für die empirische Analyse Gemeinsamen Wissens als fruchtbar erwiesen haben: Festlegung (Hamblin 1971; Fritz) und Verantwortlichkeit (‘accountability’; Garfinkel [1967] 1984; Heritage 1990/91). Am Beispiel von authentischen Tischgesprächen wird gezeigt, wie Festlegungen, die die Teilnehmer im Laufe eines Gesprächs oder seiner kommunikativen Vorgeschichte eingegangen sind, interaktiv relevant und expliziert werden. Für den analysierenden Beobachter eröffnet sich damit die Möglichkeit, Aussagen über den Stand des gemeinsamen Wissens in einer bestimmten Phase einer Interaktion mit Bezug auf das beobachtbare Gesprächsverhalten der Beobachteten zu stützen.

Empfohlene Zitierweise: Weber, Tilo (2008): Gemeinsames Wissen, Festlegungen und Verantwortlichkeit in sozialer Interaktion. In: Fest-Platte für Gerd Fritz. Hg. und betreut von Iris Bons, Dennis Kaltwasser und Thomas Gloning. Gießen 15.09.2008. URL: http://www.festschrift-gerd-fritz.de/files/weber_2008_gemeinsames-wissen.pdf.